Ein durch eine Granne verursachter Abszess ist in der Tierarztpraxis gerade im Sommer ein häufiger Vorstellungsgrund, bei dem oft eine Sedierung und ein kleiner operativer Eingriff notwendig ist.
Zunächst einmal, was ist eine Granne?
Eine Granne ist eine borstenartige Spitze, welche an Gräsern und Getreide zu finden ist. Sie dient dazu, die Samen zu schützen.
Diese gibt es überwiegend in der Sommerzeit, wenn Getreide und Gräser reifen.
Beim Spaziergang durch Wälder, Wiesen und an Feldern kann es so leicht passieren, dass sich die Granne im Fell der Vierbeiner verfängt. Die Granne kann nun langsam ihren Weg in den Körper finden.
Die Granne im Zwischenzehenbereich
Ist eine Granne an den Pfoten, bohrt sich die kleine Spitze langsam in die Haut. Der Körper will den Fremdkörper loswerden und verursacht eine Entzündungsreaktion. So können sich schmerzhafte Abszesse entwickeln. Diese müssen in der Regel unter Sedierung eröffnet und gespült werden, damit der Fremdkörper entfernt wird. Die so entstandene Wunde bleibt offen, damit weiteres Wundsekret ablaufen kann. Der Vierbeiner bekommt einen Halskragen, Schmerzmittel und Antibiose. Weiterhin sollte er zur Wundkontrolle vorstellig werden.
Die Granne in den Ohren
Bleibt die Granne im Kopfbereich hängen, bahnt sie sich gerne ihren Weg in das Ohr. Dort verursacht sie ebenfalls eine Entzündung, Schmerzen und Juckreiz. Weil sie oft im unteren Teil des Gehörganges zu finden ist, kann man sie nur sicher unter einer Sedierung entfernen, um eine Verletzung des Trommelfelles zu vermeiden.
Die Granne ist sehr klein und wird daher schnell unterschätzt. Wenn Sie einen Tierarztbesuch vermeiden möchten, empfehlen wir Ihnen, Ihren Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen.
Man findet Grannen häufig:
- Im Zwischenzehenbereich
- Im Kopfbereich, besonders an und um die Ohren
- Im Genitalbereich

